Doch sie wachte nicht auf. Aus diesem Traum konnte sie nicht aufwachen. Der Klasselehrer hatte mit den Jungen und Mädchen aus ihrer Klasse gesprochen. Das wusste Yvonne. Er hatte den anderen erzählt, was passiert war. Warum Yvonne eine Woche lang nicht zur Schule gekommen war. Warum sie nicht an den Theaterproben teilgenommen hatte. Nie hätte Yvonne geglaubt, dass ihr Vater sterben könnte. Und nun war er in sein Auto gestiegen und losgefahren. Hatte auf einer Landstrasse Vollgas gegeben und war direkt auf einen Baum zugerast. Yvonne betrat das Schulgebäude. Langsam ging sie den Flur hinunter. Was hatte der Lehrer zu ihren Mitschülern gesagt? Dass sie besonders nett zu Yvonne sein sollten? Dass sie auf keinen Fall mit Yvonne darüber sprechen sollten? Dass sie so tun sollten, als sei alles wie immer?
Nicht war wie immer. Vor der Tür ihres Klassenzimmers blieb Yvonne stehen. Ihr Herz pochte. Sie wollte die anderen nicht sehen. Sie wollte niemanden sehen. Aber das Leben ging weiter. Oder? Yvonne dachte an ihre Mutter. Ihre Mutter mit dem weißen Gesicht. Wie konnte das Leben weitergehen? Ihr Vater war tot. Yvonne atmete tief durch. Sie legte eine Hand auf die Klinke. Dann öffnete sie die Tür. Einen Moment war es ganz still im Klassenzimmer. Alle sahen Yvonne an. Dann sahen sie schnell weg und redeten weiter, als sei nichts geschehen. Es geht ihnen genau wie mir, dachte Yvonne plötzlich. Sie wissen auch nicht, was sie tun sollen. Ob sie mich ansehen sollen oder nicht. Ob sie etwas sagen sollen oder nicht. Yvonne setze sich auf ihren Platz. Sabrina, die neben ihr saß, sah kurz zu ihr herüber und sah gleich wieder weg. Yvonne packte ihre Hefte aus. In ihrem Hals steckte ein Kloß. Sie blätterte in den Helfen. Dabei gab es gar nichts blätterte einfach immer weiter. Eine Hand legte sich auf ihre Schulter. Es war Sabrinas Hand. Dann legte sich ein Arm um Yvonne. Sie begann zu weinen.
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