Als selbstgewählte Textstelle fiel mir ganz besonders der Teil von Heikos Zivi Tätigkeit im Krankenhaus auf (S.118).
Heiko erzählt hier rückblickend seine Erlebnisse in seiner für ihn lockeren Art und Weise.
Die Umgangssprache für ihn ist dabei sehr roh, grob und beleidigend. Aber auf Grund seines sozialen Umganges für ihn alltäglich. So nennt er seine Lehrer „ allesamt versnobte Arschlöcher und frigide alte Froschmösen. Das ganze Pack! Und obendrauf noch unser Rektor, der alte Wichsknochen. Kann man alle in einen Sack stecken und draufhauen. Trifft man nie den Falschen.“
Hier zeigt sich ganz besonders Heikos Wut auf sein Leben. Er hat das Abi geschmissen, findet aber dafür keinerlei Ursachen bei sich selbst. Frust bestimmt sein Leben und Gewalt scheint dabei für ihn die erste Wahl, für die Lösung des Problems zu sein.
Nicht umsonst ist er Hooligan und trifft sich zu den Schlägereien mit anderen Clubs. Der Moment des Sieges, die Überlegenheit und das Gruppengefühl helfen ihm dabei für einen Augenblick das alte Leben zu vergessen. Der Autor wählt im Buch ganz bewusst die Rolle des Ich-Erzählers und schaltet dabei sehr oft zwischen Gegenwart und Realität innerhalb kürzester Augenblicke um. Das macht das Verstehen des gelesenen spannend, oft aber auch kompliziert. Aber auf jeden Fall wirkt dadurch der Inhalt glaubwürdiger und bildlicher und nicht wie ein aneinandergereihter Tatsachenbericht der Hooliganszene.
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