Sean Allen schreibt in seiner Artikel „ Obwohl in Good Bye Lenin! durch die Gegenüberstellung bzw.das Aufeinanderprallen von feindlichen Ideologien oft Humor und Komik entstehen, befasst sich Beckers Film auf ernsthafte Weise mit Fragen nach Erinnerung und Identität“. Damit ist hier gemeint, dass der Film nicht nur von Ideologien handelt sondern auch von Erinnerungen und Identität die die Kernfragen im Film sind. Good Bye Lenin! weist eine relativ hohe Wirklichkeitsnahe auf weil er sich nicht nur als Komödie versteht sondern auch einen dokumentarischen Charakter hat. Immer wieder wird altes Videomaterial von Erich Honecker, Helmut Kohl und schließlich auch vom Mauerfall und der Fußballweltmeisterschaft eingestreut und von Alex kommentiert. Der Film ist eine Tragikomödie weil es tragische sogar komische Elemente gibt. In der Tragikomödie sind komische und tragische Elemente zeitlich abwechseln, so ist beispielsweise die schwere Krankheit der Mutter eine an sich ernste Angelegenheit, auf der sich aber allerhand Situationskomik aufbaut.
Im Film ging es nicht nur um bestimmte Personen sondern auch um eine Zeit - und Gesellschaftskritik. Viele ehemalige DDR-Bürger verbinden mit ihrer früheren Heimat nichts Lustiges oder Komisches. Die Macht der Partei des totalitären Regimes war ebenso allgegenwärtig wie die Angst, von der Staatssicherheit ausspioniert oder von Nachbarn, Freunden und Bekannten verraten zu werden. Man hatte das System anzupassen, um sowohl im alltäglichen als auch im öffentlichen Leben keine Nachteile zu erfahren. Als die Wiedervereinigung im Jahre 1990 kam, war die Freude zunächst groß, aber nicht bei allen von langer Dauer. Die schnelle Angliederung an die Bundesrepublik, die bislang von den ostdeutschen Medien und Politikern als „imperialistisches Ausland“ bezeichnet wurde, erfolgte ziemlich schnell und ohne ausreichende Rücksicht auf die Mentalität und die Gefühle der Menschen, die zumeist noch nie in einem freien, demokratischen Land gelebt hatten. Dennoch hat sich der Regisseur Wolfgang Becker dazu entscheiden, sein Film über die deutsche Teilung als Komödie bzw. Tragikomödie zu konzipieren. Good Bye Lenin! thematisiert neben dem politisch und gesellschaftlich spannenden Thema der Wende eine familiäre Krisensituation, die lebensbedrohliche Erkrankung einer Mutter zweier Kinder.
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