Es war der belgische Gelehrte Franz Cumont, der um die Jahrhundertwende in das 20 Jhdt. in seinem großen zweibändigen Werk erstmals die Zeugnisse des Mithras Kultes vorlegte. Cumont bestimmte in hohem Maß die Richtung der späteren Forschungen über den Kult für mehr als ein halbes Jahrhundert. Für viele Jahrzehnte blieb dies die einzige Darstellung ihrer Art. Um 1960 erschien eine neue Sammlung ihrer Zeugnisse. Die beiden Bände von Vermaseren stellen heute das wesentliche Material zur Verfügung. Sie bilden das Standardwerk für die Zeugnisse des Mithras-Kultes. Der Kult hatte angeblich persisch-iranische Verbindungen, welche nie exakt nachzuweisen waren. Der Kult wurde an über 420 Orten nachgewiesen. Das schlägt sich in 1000 Inschriften nieder, in 650 Stiertötungsreliefs und in 500 weiteren Reliefs. Mitra ist der persisch-hellenistische Gott zur Unterscheidung vom Gott des römischen Mysterienkultes. Die frühesten Zeugnisse gehen ins 2. vorchristliche Jahrtausend zurück. Die älteste Erwähnung stammt aus dem 14. vorchristlichen Jahrhundert. Im persischen bedeutet Mitra „Vertrag“. Anfänge einer Gleichsetzung dieses Gottes mit der Sonne liegen im 5. oder 4. vorchristlichen Jahrhundert. Im dualistischen System Zoroasters ist Mitra das heilkräftige Licht, das stets im Kampf mit der Finsternis liegt; hier erinnert manches an den späteren römischen Beinamen Mithras „Invictus“.
Mithras-Mysterien:
Weder ihre Herleitung aus persischen Kultvorstellungen noch ihre Interpretation als Vorstufe des Christentums sind folgerichtig. Der Mithras-Kult ist in Rom oder Ostia entstanden. Er ist mit hellenistisch-orientalischen Mysterienelementen angereichert worden.
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