Der 25-jährige Goethe gab 1774 seinen vielleicht bekanntesten Roman „Die Leiden des jungen Werthers“ heraus. Der Roman handelt von junger, unglücklicher Liebe und von der prachtvollen Natur. Die Hauptperson des Buchs ist Werther, der sich in die reizende Lotte verliebt, die mit Werthers gutem Freund verlobt ist. Eine eigentliche Beziehung zu der Verlobten eines anderen Mannes ist doch ganz ausgeschlossen, und in seiner tiefen Verzweiflung begeht Werther Selbstmord.
Das Außergewöhnliche an Goethes sensationellen Roman ist, dass er mit großer Offenheit verbotene Gefühle schildert. Außerdem greift er eine verlogene Gesellschaftsmoral an.
Der Roman löste ein wahres Werther-Fieber in Europa aus, und Werther wurde das neue Vorbild der Jugendlichen. Seine berühmte Werther-Tracht: blauer Frack, gelbe Weste, runder, grauer Filzhut, Lederhose und modische Stiefel wurde schnell Mode unter Jugendlichen. Viele junge Menschen, die unglücklich und einsam waren, begingen auch Selbstmord, und mehrere europäische Länder verboten den sehr populären Roman als gefährlich für die Moral der Jugend. Auch die dänischen Behörden waren sehr kritisch verhinderten 1776 eine dänische Übersetzung vom umstrittenen Buch.
Kleines Buch, große Wirkung.
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