Analyse einer Kurzgeschichte Mittagspause -Wolf Wondratschek (1969)
Die Kurzgeschichte ist zwei Buchseiten lang, und es ist ein Fließtext. Sie wurde 1969 von dem deutschen Schriftsteller Wolf Wondratschek veröffentlicht. Die Geschichte handelt von einer jungen Frau und ihren Gedanken in der Mittagspause, die sie regelmäßig im vollen Straßencafé verbringt. Während sie allein dasitzt, denkt sie über ihr Leben, Veränderungen und eine gewünschte Katastrophe nach. Die Themen der Kurzgeschichte sind; Erwachsenwerden und Identitätssuche.
Der Anfang und das Ende der Kurzgeschichte sind offen. Die meisten Sätze in dieser Kurzgeschichte sind sehr kurz. Es wurden keine Absätze gemacht, und nicht viele Kommas gesetzt, sondern meist nur Punkte. Dadurch wirken die einzelnen Sätze bedeutungsvoller, und sie haben oft auch eine tiefgründige Bedeutung. Die Sätze werden einfach so in den Raum gestellt, oft ohne im direkten Zusammenhang mit dem Satz davor zu stehen. Dadurch ist die Anordnung der Sätze egal, und sie sind quasi austauschbar, genauso wie die Tage der Frau. Jeder Tag gleicht dem anderen, deswegen sind sie austauschbar. Es gibt keine Zitate oder direkte Dialoge zwischen den vorkommenden Personen, sondern nur die Gedanken der jungen Frau und eine Erzählung als sie mit ihren Eltern beim Abendessen sitzt.
Metapher: Z.18 „Die Mittagspause ist ein Spielzeug.“ Ein Spielzeug ist etwas, womit man sich beschäftigt, etwas womit man sich positiv auseinandersetzen und sich ablenken kann. Die Mittagspause ist für sie genau das. Die Mittagspause ist der Höhepunkt ihres Alltags, und sie schenkt ihm Abwechslung. Für die junge Frau scheint Abwechslung sehr wichtig zu sein: Z.40 „Es ist schön, dass in jeder Mittagspause eine Katastrophe passieren könnte.“, Z.45 „Katastrophe ist ihr Lieblingswort.“ Mit einer Katastrophe verbindet man negative und schlimme Sachen. Jedoch scheint ihr das völlig egal zu sein, da sie so darauf versessen ist, von ihrem eintönigen Alltag abgelenkt zu werden. In diesem Fall wäre es ihr wahrscheinlich sogar recht, wenn etwas Drastisches passieren würde, damit sie endlich mal was Spannendes erlebt. Vergleich: Z.30 „Sie ist ein Mädchen wie andere Mädchen.“ Sie hat gelernt sich anzupassen. Vergleich: Z.33 „Obwohl sie regelmäßig im Straßencafé sitzt, ist die Mittagspause anstrengender als Briefeschreiben.“ Sie redet davon, dass ihr auf der Arbeit Aufgaben zugeteilt werden, sie weiß genau was zutun ist. Im Café hingegen ist sie mit ihren Handlungen auf sich allein gestellt, und das ist schon schwieriger. Im Text sind zwei Parallelismen: Z.41 „Sie könnte sich sehr verspäten.“ und Z. 42 „Sie könnte sich sehr verlieben.“ Damit sind zwei von vielen Katastrophen gemeint, die ihr im Straßencafé passieren könnten.
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